Der Feind im Teigmantel

Duerfen Atheisten Lieblingsgoetter haben? Wenn dem so ist, schliesse ich mich vielen glaeubigen Hindus an und entscheide mich fuer Ganesh, weil in dessen Elefantenkopf so viele Flausen stecken, dass sie ihm bald aus dem Ruessel rauskommen. Eine seiner Neckereien fuehrte zur Entstehung des River Cauvery, an dessen Ufer uns ein Bus der Karnataka State Road Transport Corporation in Richtung dessen Ursprungs ruettelte. Die erste Etappe bildete Baghamandala, der Zusammenfluss des Flusses mit zwei weiteren Gewaessern. Ein indischer Schuljunge verwickelte uns in ein Gespraech, dass uns so weich und freundlich umplaetscherte wie die heiligen Waesserchen, in denen wir standen, waehrend hinter uns meine brahmanischen Kastengenossen undurchschaubare Rituale vollzogen. Zuletzt sagte der Junge: Maybe see you again?
Wir erreichten die Tala Cauvery, die Quelle des Flusses und schauten mitten im Gewimmel erneut in die samtigen Augen des Kindes. Wir lernten auch dessen Vater kennen, verblieben mit herzlichen Gesten und einem gegenseitigen: Maybe see you again? Natuerlich begegneten wir den beiden auf dem Heimweg wieder.
Ausgehungert torkelten wir ins naechste Restaurant der Distrikthauptstadt Madikeri.
Hier trafen wir, nein, nicht auf den Jungen, sondern auf die Ursache meiner folgenden zweitaegigen Schwaecheperiode. Sie wohnte irgendwo in einer kleinen vegetarischen Teigtasche, die selber schon einen kraenklichen Eindruck machte. Aber der Bus hatte fuer die letzten 36 Kilometer zweieinhalb Stunden gebraucht und ich kaum so etwas wie ein Fruehstueck gehabt! Die Temperatur des Snacks lag nur wenig ueber der des Raumes. Ich horchte am unterfrittierten Objekt und hoerte die die Gesaenge der Kleinlebewesen. Doch schon sog das schwarze Loch in meinem Magen die Nahrung an sich.
May be see you again? sagte ich zu dem Samosa, bevor ich ihn ass.

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