Wiedergeburtswunsch Sumpfkrokodil

Heute (das heisst vorvorgestern, ich bin im Rueckstand) haben wir endlich einen Kingfisher gesehen. Diese Voegel gibt es bei uns auch, da heissen sie Eisvoegel und sind viel kleiner als in Indien, wo es seit einigen jahren auch eine gleichnamige Fluggesellschaft gibt. Das waere nicht weiter beunruhigend, hiesse so nicht auch der Marktfuehrer im indischen Bierbusiness. Wer wuerde schon eine Maschine der Reissdorf Air besteigen? Dann lieber auf der Gorch Fock die Seekrankheit mit Beck’s bekaempfen.
Die heilende Kraft des Getreidegetraenks ist im Ayurveda bislang allerdings unbekannt. Bei der Eingangsuntersuchung zu unseren treatments fragte mich der Assistenzarzt nach meinem Alkoholkonsum. Ich erklaerte ihm, dass ich aus indischer Sicht ein Saeufer, fuer deutsche Begriffe ein Duchschnittstrinker und nach russischen Massstaeben ein Abstinenzler waere. Ich erntete einen schwer zu deutenden Blick. Man muss dabei anmerken, dass Staub, Abgase und Zugwind beim Rikschafahren eine empfindsame Reaktion meiner oberen Gesichtspartie bewirkt haben. Ich sehe aus wie ein tibetischer Harald Juhnke.
Dem Kingfisher (dem Tier, nicht dem Bier) begegneten wir im Ranganthittu Bird Sanctuary, wo auch der Mugger lebt, und das offensichtlich gut und gerne. Der Mugger ist die kleinste der hiesigen Krokodilarten: Neben dem bis zu sieben Meter langen, unfreundlichen Salzwasserkrokodil und dem bisweilen sechs Meter erreichenden und absonderlich gebauten Gangesgavial geht der Mugger mit maximal vierhundert Zentimetern fast noch als Eidechse durch. Dennoch ist das kleinste Kroko so gross, dass das groesste Nagetier der Welt in ihn hineinpasst: Das Wasserschwein. Hinterher liegt das Reptil ein halbes Jahr lang auf der faulen Schuppe.
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Mund auf, Augen zu.

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